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Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Clevisto® Fachredaktion 3-2012, Copyright: Clevisto GmbH  

         
Alle Arbeitgeber müssen nach dem Arbeitsschutzgesetz für den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Mitarbeiter geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) mit CE-Kennzeichen zur Verfügung stellen, die der europäischen Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung (89/686/EWG) entspricht. Das CE-Kennzeichen besagt, dass das Produkt den allgemeinen Anforderungen der Richtlinie entspricht.

Die Zahl hinter dem „CE“ ist die Kennnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle, die das Produkt geprüft hat.

Um die Auswahl geeigneter PSA zu erleichtern, beschreibt die europäische Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung drei Risikokategorien.

Produkte für die Kategorie 1 „geringes Risiko“ können verwendet werden, wenn die bei der Arbeit zu erwartenden Gefahren, die erforderlichen Schutzmaßnahmen erkennbar sind und die Auswirkungen der Gefahr allmählich auftreten. Beispiele aus dem Bereich der Schutzhandschuhe sind hierzu Gartenhandschuhe oder Schutzhandschuhe gegen Hitze bis 50°C.

Risiken der Kategorie 3 „hohes Risiko“ sind Gefahren, die ernsthafte bleibende Schäden der Gesundheit verursachen können oder Risiken, die von der handelnden Person nicht rechtzeitig erkannt werden können. Zur PSA gegen Risiken der Kategorie 3 gehören Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlen, Chemikalien, Hitze (Lufttemperaturen über 100 °C), Kälte (Lufttemperaturen unter -50 °C) oder elektrische Risiken.

Alle nicht in die Risikokategorien 1 oder 3 einzustufenden Risiken gehören in die Kategorie 2 „mittlere Risiken“, z.B. gehören dieser Kategorie die meisten Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken an.

Unabhängig von der Einstufung in Risikokategorien müssen die eingesetzten Produkte den produktspezifischen europäischen Normen entsprechen. So müssen alle Schutzhandschuhe der Norm EN 420 entsprechen, die z.B. Vorgaben zu Abmessungen, Tastgefühl, Fingerfertigkeit, Kennzeichnung, Lagerung und den Ausschluss einiger Allergien auslösender Stoffe macht (z.B. darf maximal 10mg/kg Chrom VI in Lederhandschuhen nachweisbar sein).
Weitere Normen beziehen sich auf spezielle Gefahren. Die Zusammenstellung aller Prüfergebnisse erlaubt die objektive Bewertung und den Vergleich der Leistungsfähigkeit von PSA.

Die dauerhafte Kennzeichnung von Produkten gemäß der EN 420 mit Piktogramm(en) und Leistungsmerkmalen in Zahlen und/oder Buchstaben erlaubt dem Nutzer auch noch nach dem ersten Gebrauch die Beurteilung der Eigenschaften der Schutzausrüstung, wenn er zu den Piktogrammen und Leistungsmerkmalen Kenntnisse besitzt oder Informationen nachlesen kann. Zu dem Zweck verweisen wir auf den Artikel „Kurzbeschreibung wichtiger Normen für persönliche Schutzausrüstung“.


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